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Aktuelle Seite: Home Programme School Umgangsformen - Aktuelle Tipps

Umgangsformen - Aktuelle Tipps

Die Rückkehr des Tankwarts – ein typischer Trinkgeldberuf

mercure_1.jpgEin seit Langem in Deutschland fast ausgestorbener Service an Tankstellen wird in jüngster Zeit von einigen Unternehmen wieder ins Leben gerufen. So kann es passieren, dass Ihnen angeboten wird, nicht nur das Tanken für Sie zu erledigen, sondern auch die Autoscheiben zu putzen, nach der Füllung der Scheibenwaschanlage oder dem Ölstand zu sehen und mehr. Selbstverständ­lich können Sie derartige Offerten ablehnen, ohne unhöflich zu sein. Nehmen Sie eine solche Dienstleistung jedoch in Anspruch und sind Sie zufrieden, den­ken Sie, bitte, an ein Trinkgeld – etwa ein bis zwei Euro je nach Aufwand.

Rücksichtsvolles Verhalten in der Erkältungszeit

Wer von Schnupfen oder Husten geplagt wird, kann kaum jeden Kontakt mit anderen Menschen in der Öffentlichkeit vermeiden. Ihnen unliebsame Störun­gen zu ersparen sowie die Ansteckungsgefahr zu verringern, ist dann ein Höf­lichkeitsgebot. So ist es rücksichtsvoll, auf das Handreichen zur Begrüßung zu verzichten. Ein kurzer Hinweis wie: „Ich möchte Ihnen heute lieber nicht die Hand geben, weil ich so erkältet bin“, beugt Missverständnissen vor.

Frei wählbare Termine werden am besten verschoben – etwa ein Besuch im Fitness-Studio. Wer Rücksicht auf seine Mitmenschen nehmen und sie vor möglicherweise gefährlicher Ansteckung bewahren will, verzichtet lieber auf das Training, bis die Erkältung abgeklungen ist. Ähnliches gilt für Tanzstunden. Wer einen Ausweichtermin wahrnehmen kann, der in den meisten Fällen sei­tens der Tanzschulen angeboten wird, sollte diese Möglichkeit nutzen. Bei Theater- und Konzertbesuchen ist Rücksichtnahme ebenfalls gefragt, damit der Kunstgenuss nicht empfindlich gestört wird. Auch hier gilt: Was sich auf einen späteren Zeitpunkt verlegen lässt, unterbleibt besser während der akuten Pha­se einer Erkältung. Falls Sie an einer Veranstaltung teilnehmen müssen, zeigen Sie Ihre Rück­sichtnahme so: rechtzeitig Medikamente gegen Erkältung einnehmen, notfalls bei einem akuten Anfall den Raum verlassen.

Wertschätzende Großschreibung

mercure_2.jpgNach der neuesten Rechtschreibreform gilt sowohl die Klein- als auch die Großschreibung der Anrede- sowie der entsprechenden Possessivpronomen in einem Brief im Du-Stil als richtig. Dass eine Person, die gesiezt wird, das Recht auf die groß geschriebene Höflichkeitsanrede „Sie“ hat, wurde in keiner der vorangegangenen Reformen bestritten. Die gleiche Wertschätzung können Sie nun auch wieder denjenigen entgegenbringen, mit denen Sie per Du sind, ohne einen „Dudenfehler“ zu begehen: „Ich wünsche Dir/ Euch …“, „Ich denke an Dich/Euch“, „Grüß bitte Deine Schwester von mir“, „Hoffentlich geht es Dir gut!“

Schenken Sie kostenlos Freude – durch ein Lob!

Ob im Beruf oder in der Freizeit, beim Einkaufen, innerhalb der Familie oder Partnerschaft: Täglich können Sie Ihren Mitmenschen etwas Wertvolles schen­ken, ohne dass es Sie einen einzigen Cent kostet – loben Sie, wann immer es möglich ist! Einzige wichtige Grundvoraussetzung: Ein Lob oder Kompliment soll immer ehrlich gemeint sein.

Sehr viele Menschen machen generell den Mund nur dann auf, wenn es etwas zu bemängeln gibt. Viele Vorgesetzte handeln nach der Devise: Meine Leute wissen, dass alles in Ordnung ist, solange ich nichts sage. Ein solches Verhal­ten ist nicht nur schade. Es ist unklug. Gerade im Beruf speist sich die Motivation zur Arbeit zu einem großen Teil aus der Anerkennung in Form eines Lobes.

Auch der Alltag wird viel freundlicher und fröhlicher, wenn mehr gelobt wird. „Sie haben mich sehr gut beraten und äußerst freundlich bedient, vielen Dank!“, von einer Kundin zur Verkäuferin gesagt; „Sehr gelungen, Ihre Präsentation, Herr Meister. Fundiert und übersichtlich!“, vom Chef zum Mitarbeiter; „Das hast du ganz toll gemacht!“, von Erwachsenen an Kinder; „Ganz lecker hast du heu­te wieder gekocht!“, von der Familie an die entsprechende Person; „Deine neue Frisur gefällt mir sehr!“, in der Partnerschaft. Wer ehrlich gemeintes Lob spen­det, erfreut nicht nur andere, sondern bekommt meistens auch positive Zuwen­dung zurück.

Neue Small-Talk-Tabus unter Freunden

Als Gesprächseinstieg beim Small Talk unter Fremden gehören Tod, Krankheit sowie strittige und heikle Themen aus Politik und Gesellschaft (etwa Religion, Sex, Einkommen) zu den Tabus. Dies ist lange bekannt. Ebenso, dass es ver­pönt ist, sich bei einer Dame nach ihrem Alter zu erkundigen. Nach aktuellen Empfehlungen gilt dies auch unter relativ fremden Männern.

Ein weiteres neues Small-Talk-Tabu ist die Frage nach dem Familienstand. Ebenso wie die nach dem Alter, berührt sie einen intimen und oft emotional belasteten Bereich. Rücksichtnahme bedeutet in diesem Fall, andere nicht durch eine solche Frage in Erklärungsnot zu bringen, die als unangenehm, aufdringlich oder gar bloß­stellend empfunden werden kann.

Problemlose Gesprächseinstiege bieten Themen wie Urlaub, Sport, Kultur, Fernsehen, lokale oder aktuelle Ereignisse.

Denken beim Schenken

Weihnachten naht und damit auch die Zeit der „Last-Minute-Geschenkeinkäufe“. Doch wer abgehetzt und gestresst auf den letzten Drücker irgendwas ersteht, nur um nicht mit leeren Händen dazustehen, wird dem Sinn richtigen Schenkens nicht gerecht. Eine Gabe drückt dann Wertschätzung für die beschenkte Person aus, wenn sie mit Blick auf deren Wünsche und Ge­schmack ausgesucht wird, dazu dient, Freude zu bereiten sowie die persönli­che Bindung zu unterstreichen und zu festigen.

Ein „Geschenk-Profi“ weiß: Durch richtiges Zuhören – und zwar während des ganzen Jahres –, ist das am besten zu erreichen.

Eine weitere Möglichkeit:
Nutzen Sie Informationsquellen. Im privaten Bereich bieten sich Familienmit­glieder sowie der Freundes-und Bekanntenkreis dafür an.

Im Geschäftsleben sind Chefassistentinnen und andere aus dem Mitarbeiter­stab gute Anlaufstellen, um über Vorlieben und Hobbys Erkundigungen einzu­ziehen. Es ist weder stillos noch unhöflich, sich – etwa telefonisch – Tipps für Geschenke zu holen. Beachten Sie aber unbedingt die häufig strengen An­nahmebestimmungen für Beschäftigte in Behörden und Unternehmen. Sonst kann eine gut gemeinte Idee schnell als Bestechungsversuch gewertet werden.

(Un-?) beliebte Weihnachtsgaben: Geldgeschenke und Gutscheine

Gutscheine und Geldgeschenke erfreuen sich gerade zu Weihnachten großer Beliebtheit. Bekommt aber jemand innerhalb des Familien-oder Freundeskrei­ses ein paar Scheinchen auf „Trinkgeld-Manier“ in die Hand gedrückt oder ein­fach in einem Umschlag überreicht, trübt das die Freude bei den meisten Men­schen erheblich. Auch ein im Geschäft gekaufter Gutschein-Vordruck wirkt oh­ne ein paar persönliche Worte einfallslos und langweilig. Die Aufmachung eines solchen Präsentes ist entscheidend, ob es eine unbeliebte oder geschätzte Gabe wird.

Investieren Sie deshalb etwas Zeit, Kreativität und Fantasie in die Gestaltung. Damit zeigen Sie der oder dem Beschenkten, dass Sie sich mit der liebevollen Ausstaffierung Mühe gegeben haben, dem Allerweltsgeschenk eine persönli­che Note zu geben. Wer Basteltalent hat, kann diese Fähigkeit nach Herzens­lust ausleben. Wenn es Ihnen an Ideen mangelt, können Sie sich Anregungen aus entsprechenden Büchern oder im Internet holen.

Und auch der „Zwei-linke-Hände-Typ“ braucht nicht zu verzweifeln. In Floristik­geschäften und Konditoreien helfen Profis weiter. Außerdem kann ein anspre­chendes Geldgeschenk auch ohne handwerkliche Fähigkeiten kreiert werden. Beispiele: Münzen und/oder Scheine zusammen mit weihnachtlichen Süßigkei­ten in ein Glas oder eine Dose geben; einen gerollten Geldschein an eine En­gels-oder Weihnachtsmannfigur binden; einen Tannenzweig oder kleinen Kranz mit Geld und Schleifen schmücken.

Weihnachtspost – auf dem Weg?

Ist es im Zeitalter der elektronischen Medien nicht völlig antiquiert, Weih­nachtsgrüße auf dem traditionellen Postweg zu verschicken oder gar Hand­schriftliches zu versenden? Diese Frage, die viele beschäftigt, ist mit einem klaren „Nein“ zu beantworten. Gerade, weil im Alltag sehr Vieles ganz schnell gemailt, gesimst und gefaxt wird, heben sich andere Grüße äußerst positiv aus der Masse der elektronischen Post heraus. Handschriftlich verfasste Weih­nachts-oder Neujahrswünsche drücken besondere Wertschätzung aus, weil sie zeigen: Ich habe mir für dich (für Sie) extra viel Zeit genommen.

Allerdings können auch Festtagsgrüße Freude bereiten, die als E-Mail oder SMS verschickt werden. Ob dies der Fall ist, hängt allerdings von der Einstel­lung der Empfangsperson zu modernen Kommunikationswegen ab. Überlegen Sie deshalb sorgfältig, wem Sie Ihre guten Wünsche auf welchem Versandweg zukommen lassen, wenn Sie Wert auf eine positive Wirkung legen.

„Arbeitskreis Umgangsformen International“ – Was ist das?

Das erste Gremium hieß „Fachausschuss für Umgangsformen". Gegründet 1956 von Tino Schneider (Tanzlehrer ADTV, Vater von Inge Wolff) und Hans-Georg Schnitzer (Journalist). In Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Deut­schen Tanzlehrerverband (ADTV).

Die Arbeit dieses Gremiums wurde nicht absichtlich eingestellt, sondern muss­te notgedrungen durch schwere Krankheit des damaligen Lektors etwa in den Jahren 1984-1986 langsam zum Ende kommen. Daraufhin Neugründung auf Drängen der Medien und Presseleute, wieder eine Anlaufstelle für Auskünfte zu haben.

Im August 1989 konstituierte sich der „Arbeitskreis Umgangsformen Internatio­nal" mit neuen Mitgliedern unter diesem neuen Namen, der wieder in Zusam­menarbeit mit dem ADTV arbeitet. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen alle aus Berufen, die sich viel mit Umgangsformen be­schäftigen. Der „Arbeitskreis Umgangsformen International" hat zurzeit 21 Mit­glieder aus dem europäischen Ausland, den USA und Deutschland.

Pressekontakt

Inge Wolff Vorsitzende Arbeitskreis Umgangsformen International
Präsidentin Umgangsformen-Akademie Deutschlands e. V.
Falkstr. 14, 33602 Bielefeld

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